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VeloSolex-
 

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Fortsetzung von Seite 1:

1964
"Révolution Francaise"

Nein, ich war in Geschichte nicht etwa "auf’m Klo", richtig gelesen: 1964!
Es war die Solex-Revolution. Abschied vom Rundrohrrahmen und Fahrradsattel!

Das Modell "3300"
Statt dessen gab es einen  vollständig aus Stahlblechpressteilen bestehenden Rahmen mit einem zentralgefederten Mofasattel.
Der Preis wurde gegen über dem "2200" um 7% angehoben, dafür gab's dann aber auch eine Trommelbremse im Hinterrad!
Motormäßig blieb aber alles beim "Alten". Das änderte sich erst zwei Jahre später.

1966 : Das Modell "3800"

 Das ist wohl das Modell, das die meisten von uns kennen, haben und fahren. Es wurde bis auf wenige Modifikationen fast unverändert bis 1988 gebaut!
Der Rahmen entsprach dem des "3300", nur der Motor erfuhr  gewisse Überarbeitungen. Nun gab es Abdichtung durch echte "Simmerringe" und einen Kunststofftank, der leichte Stürze locker ohne Beulen wegsteckte. Die Gasregulierung erfolgte ab jetzt  "motorradmäßig" mittels Gasdrehgriff. Beim Betätigen der Vorderradbremse wurde automatisch die LeerlaufdrehzahI eingeregelt. Quel Comfort! Die Leistung profitierte abermals, zwar  subjektiv kaum spürbar, so doch wenigstens "Meßwertemäßig".

Solex à la mode
Das Modell 3800 war auch das erste, das in anderen Farben als ausschließlich schwarz geliefert werden konnte!
1969 gab es bereits die Qual der Wahl: Es stand neben schwarz auch  ein Blauton und ein Rotorange auf dem Programm. Diese Ausführungen verfügten über einen grauen Tank und eine graue Lüfterabdeckung, sowie chromglänzende Nirostaschutzbleche. Die  grauen Kunststoffteile zählen heute mit zu den Raritäten, weil sie die unangenehme Eigenschaft hatten, nicht allzu UV-beständig zu sein. Das Material wurde rasch spröde, "kreidete" aus und wurde oft  durch schwarze Teile ersetzt.
Unter "Motobecane"Regie gab es Mitte der 80er Jahre immerhin noch die Wahl zwischen schwarz und weiß, allerdings immer mit schwarzem Motor und ohne Nirostaschutzbleche.
Gegen Produktionsende 1987/88 gab es dann noch mal eine richtige "Farbenfülle":
In Deutschland war es in rot, schwarz und weiß lieferbar, mit Rückspiegel, Seitenreflektoren und Motorradlenkerarmaturen.
In Frankreich war auch eine Ausführung in "MBK"-Perlmuttblau-Metallic” lieferbar.
Bei all diesen Versionen war der Motor schwarz, nur der Luftfilterdeckel in der jeweiligen Farbe lackiert.

1968 : Le Micron

"Unfassbar", das war der einzige Kommentar eines Motorjournalisten zur Konzeption dieses mehr als skurrilen Fahrzeugs.
Was war das eigentlich, was er da vor sich sah? Ein Spielzeug oder Westentaschenmofa oder ein Roller? Roller kommt noch am ehesten hin, es hat keine Pedale, wurde deshalb in Frankreich als Motorrad  eingestuft und musste über Abblendlicht, Fernlicht und Hupe verfügen. Der vom 3800 übernommene Motor saß auf einem 12,5 Zoll Rädchen, das so schmal wie die Bereifung eines Kinderrollers ist.
Obwohl das Modell nur 4000mal gebaut wurde, gab es bereits zwei Versionen: Eine mit hohem Lenker und Beleuchtung, die andere mit
niedrigem Lenker ohne Beleuchtung für den Verkehrsunterricht an Schulen!
Glückliche Kinder damals!!!!!
Das Micron gab es in rot und blau mit Trommelbremsen vorn und hinten.

1971 Das Modell "5000"
RR
 Um eine etwas jüngere Kundschaft anzuziehen, brachte Solex in diesem Jahr ein Modell mit modifiziertem Rahmen, viel Edelstahlteilen und kleineren 16" Rädern auf den Markt. Außerdem  gab es die 5000 nicht in schwarz, sondern nur in weiß, gelb, orange und blau! Der Motorausrückhebel verschwand vom Zylinderkopf, es gab eine Hebelmimik wie beim "Motobecane" 3800 von 1975-1985.

Le Plisolex

hieß ein wenig gebautes Klappsolex auf Basis der 5000. Wie ein Klappfahrrad verfügte es über ein Scharnier im Rahmen. Der Motor war mit einem Schnellverschluss versehen, so dass er innerhalb von 20 sec. zu montieren war.

1968 : Le Flash

Was ist das? Ein Solex ohne Frontantrieb und ohne Reibrolle.  Soweit, so gut. Aber dass es gleich einen Kardanantrieb und eine Scheibenbremse im Hinterrad haben muss, das wagten wohl auch Utopisten nicht zu glauben!
Mit diesem Fahrzeug wollte Solex ein leistungsstärkeres Modell  anbieten, das sich auch optisch stark vom 3800 abhob. Der Motor saß verkleidet im Rahmen, wie bei anderen Fabrikaten auch, der Tank jedoch lag wieder unterhalb des Vergasers, was wie beim 3800  eine Spritpumpe voraussetzte. Daher gibt es motormäßig einige Gemeinsamkeiten mit der 3800.
Die Flash verfügte gegen Aufpreis über eine Kurzschwingen-Federgabel mit Trommelbremse vorn anstelle der sonst üblichen Felgenbremse.

1972 : Das Modell "6000"

dies ist eigentlich kein neues Modell, sondern eine Weiterentwicklung  der "Flash" mit geänderten Schutzblechen und einer richtigen Telegabel vorn !
Selbstverständlich gab es die 6000 auch in verschiedenen Farben, jeweils in Zweifarbenlackierung.
Trotz der recht innovativen Konstruktion hatte es nie den Erfolg der 3800, da es zu störanfällig und in den Reparaturen zu teuer war. Zu allen möglichen Arbeiten musste der Motor ausgebaut werden!

1972 : Le Tenor

Nein, das ist nicht die "Musikecke" im "Nasenwärmer", sondern der Name eines neuen Solex-Modells, bei dem man sich allerdings fragen  muss: Ist das überhaupt noch eine Solex?
Ein klassisches Mofa mit Kettenantrieb, obenliegendem Tank, Vorder und Hinterradfederung.
Die Motoren kamen von Anker-Laura und Moto-Morini!?!

Solex F 4
Das Modell kennt kaum einer, es ist auch ziemlich selten zu finden,  das "Kindersolex".
Ein Kinderfahrrad, dessen Rahmen stark dem 3800 nachempfunden ist und das über eine Motoratrappe verfügt, die, batteriebetrieben, Licht und Geräusche macht!
 

 Um die Produktpalette abzuschließen, bleibt nur zu erwähnen, dass Solex auch Fahrräder hergestellt hat, "des vélos qui ne roulaient pas tout seuls"


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