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Auf dieser Seite findet ihr Berichte von Treffen und Ausfahrten,
die im  "NasenwĂ€rmer" erschienen sind.

 

Die erste Ausfahrt 2001  - erschienen im NasenwĂ€rmer 2-2001

"Rund um Einen"

Von Dieter MĂŒllerGrafik1

Am 20.5.2001 um 9:30 wurde die SoleX-Saison 2001 in Einen (Warendorf) von unserem Freund Andreas Wirmer eröffnet. Um es vorweg zu sagen, wer zu dieser Ausfahrt nicht kommen konnte oder wollte, weiß natĂŒrlich nicht, was ihm entgangen ist. Es ist eine topfebene, solexfreundliche Landschaft, in der selbst asthmatische SoleXen noch gut vorwĂ€rts kommen.  Ich reiste bereits am Freitag 18.5. an, um mit Andreas den Importeur der SoleX in Altenberge zu besuchen und Teile abzuholen. Im Gegensatz zu der Ausfahrt war dies ein Misserfolg. Wenige Teile nur vorrĂ€tig und ein GesprĂ€chtermin mit der GeschĂ€ftsfĂŒhrerin geplatzt.

Der Samstag war fĂŒr viele der Anreisetag. FĂŒr den spĂ€ten Nachmittag hatte Andreas eine Fahrt nach Harsewinkel zum Motorradmuseum geplant. Dort waren einige von uns zwar schon letztes Jahr, trotzdem war es erneut den Eintritt wert; U. a. sind dort auch ein paar SoleXen, begehrenswerte SoleXine-Kanister und verschiedene andere FahrrĂ€der mit Hilfsmotor ausgestellt. An dieser Fahrt konnten bereits unsere Lemminge aus Dillingen teilnehmen, die vorher angekommen waren.

Hungrig zurĂŒckgekommen, roch es schon nach Gegrilltem. Nachdem Durst und Hunger gestillt waren, gingen wir zum gemĂŒtlichen Teil ĂŒber.  Das Ganze setzte sich bis zum "nĂ€chsten Tag" fort in einem Zelt, das mit vereinten KrĂ€ften vor der Fahrt aufgebaut worden war. Andreas hatte ĂŒber die Gemeinde in der naheliegenden Schule geöffnete Toiletten "gekauft". So konnte Bier und andere Dinge umweltgerecht auch sofort entsorgt werden. Morgens gab es FrĂŒhstĂŒck im FrĂŒhstĂŒckszelt, das wir in der Garageneinfahrt vor Andrea‘s Elternhaus aufgestellt hatten (tja, da staunt ihr - Luxus pur). Nicht einmal die frischen Brötchen musste man sich schmieren - alles wurde mundgerecht serviert. Es fehlten nur noch die gewissen Bedienungen, ihr wisst schon  was ich meine. Also Andreas, eine Steigerung ist noch möglich!

Die Teilnehmer aus der "nĂ€heren" Umgebung reisten natĂŒrlich an diesem Morgen an. Auch unser Hobbypilot  Helge war mit einer frisch geputzten, “flugzeugbenzinbetriebenen”, alten SoleX dabei (davon aber spĂ€ter). Inzwischen waren 25 Teilnehmer beisammen, und wir konnten zum Fototermin vor die örtliche Kirche fahren. Hier wartete bereits eine Reporterin der WestfĂ€lischen Nachrichten und natĂŒrlich einige KirchgĂ€nger. Die stutzten etwas. Vielleicht dachten sie, der Pfarrer oder Pastor wĂŒrde diese Vehikel taufen, ohne es vorher angekĂŒndigt zu haben.

Dann ging es los. Nach kurzer Fahrt (wie kann es anders sein) bekam die SoleX unseres Freundes Wilfried Bauchschmerzen und wurde immer langsamer,  d.h. sie nĂ€herte sich der ABE Geschwindigkeit (24km/h). NatĂŒrlich brauste das Hauptfeld davon. In solchen Situationen merkt man immer wieder, dass bei vielen motorisierten Zweiradfahrern der Blick nach hinten etwas getrĂŒbt ist.  Nach Stop und kurzer Beratung nahmen wir den direkten Weg zum ersten Ziel  Brock / Waschmaschinenmuseum. Im nĂ€chsten Dorf (Ostbevern) wartete das Hauptfeld an der Kirche auf uns und hatte bereits einen "Suchtrupp" (1 Mann) nach uns ausgeschickt. Übrigens bei schönem sonnigen Wetter!

Nachdem wir gemeinsam am Museum angekommen waren, ging's zur Besichtigung. Das Museum war von einem Herrn BĂ€r (oder war es Herr WaschbĂ€r) gegrĂŒndet worden und befindet sich in einem alten Schulhaus. Es war praktisch alles zu sehen, vom ersten "Waschpulver", das noch keines war, den damaligen anderen manuellen Hilfsmitteln, Photos, den ersten Waschmaschinen bis zur fast vollstĂ€ndigen Palette der Miele - Erzeugnisse. Auch andere Miele - Produkte wie FahrrĂ€der, Mopeds, Dynamos, Lampen und SĂ€ttel hatte Herr BĂ€r zusammengetragen. Danach fuhren wir nach Gimbte (liegt wirklich im MĂŒnsterland und nicht in Afrika). Außer das wir hier in malerischer Umgebung gut speisen konnten, gebar das Vorderrad  unseres Helge (Hobbypilot) einen Schlauch d.h. der Schlauch kam seitlich aus der Decke als Blase an das Tageslicht. Wohlweislich hatte er dieses GefĂ€hrt mit den gut profilierten Reifen (allerdings etwas abgelagert - ca. 30 Jahre) großzĂŒgigerweise seiner LebensgefĂ€hrtin zur Mitfahrt zur VerfĂŒgung gestellt.Grafik202

Mein lieber Helge: das ist nicht der eleganteste Weg seine LebensgefĂ€hrtin loszuwerden! Auf der Erde, Junge, braucht man im Gegensatz zum Flieger diese schwarzen luftgefĂŒllten Ringe in gutem Zustand!!

Es half ihm dann wohl ein mitleidiger Zeitgenosse mit einer Rolle braunen Packbandes aus. Tja, ihr könnt euch ja vorstellen, wie lange solch eine Bandage hĂ€lt, wenn eine griffige Reibrolle bei jeder Umdrehung an ihr knabbert - richtig ein paar hundert Meter. Somit waren ein paar zusĂ€tzliche Pausen gesichert. Dies ist nicht unbedingt schlecht. Der nĂ€chste Stop war an einer WassermĂŒhle bei Haus Langen, wo Wilfried genervt seine inzwischen noch langsamer gewordene SoleX am liebsten in das hinter ihm liegende GewĂ€sser entsorgt hĂ€tte. Eine kurze Diagnose zeigte ein im KurbelgehĂ€use gelöstes Kugellager. Danach schliff natĂŒrlich mindestens der Kurbelzapfen im GehĂ€usedeckel und vernichtete so ein gutes StĂŒck Kraft der 0,56 PS. Beim letzten Stop in Telgte konnte das dortige Kornmuseum besichtigt werden (flĂŒssiger Korn -  natĂŒrlich). Nach ca. 72 km kamen wir gegen 17:00 um einige Erfahrungen und Kenntnisse reicher zum Ausgangspunkt Einen zurĂŒck.

Ja, Jörg (Lemminge) und Klaus: es gÀbe da noch viel mehr von kleinen techn. Problemen zu erzÀhlen. Aber wir wollen ja nicht alles ausplaudern. Wie bereits am Anfang gesagt, es war eine wunderschöne Ausfahrt bei tollem Wetter und ein Superservice der Fam. Wirmer. Danke Andreas!